Es ist “Hochsommer”, endlich mal mehr als 25° C am Wochenende. Da geht man ins Freibad oder in den Schatten im Biergarten.
Freibad, Biergarten? Manche schwitzen schon ganz schön in der Vorbereitung auf die nächste Eishockey-Saison. Die beginnt demnächst auch wieder für die 2. Eishockey-Bundesliga. Mehrere Spiele im DEB-Pokal, dazu 48 Spiele in der Doppelrunde um dann die entscheidende Phase der Saison zu erreichen: die Playoffs um die deutsche Meisterschaft. Nochmals höchste Anspannung, Fight in KO-Runden um das begehrte Ziel zu erreichen: Deutscher Eishockey Meister 2012. Klasse, wer dieses Ziel erreicht. Letztes Jahr waren es die Towerstars, davor der EHC München, 2009 die Bietigheim Steelers.
Deutscher Eishockey Meister der 2. Bundesliga? Und dann? Eigentlich ja ganz klar, dann steigt man auf in die höchste deutsche Liga, die DEL, ist doch klar, oder? Ok, vielleicht gibts noch ne Relegation, einen richtigen Kracher, gegen den letzten der DEL. Der Sieger spielt dann DEL, der Verlierer 2. Bundesliga. So ähnlich läuft das doch in den meisten Sportligen der Welt, also doch bestimmt auch beim Eishockey.
Nee nee nee, denkste. Im Eishockey ist alles anders: da gibts ne geschlossene Gesellschaft, die nennt sich DEL. Und da heißt es dann für die meisten Clubs: du kommst hier nicht rein!
Wie, wir kommen da nicht rein? Ok, es gibt bestimmte Anforderungen:
- sportliche Qualifikation ( Meister der 2. Bundesliga)
- bestimmte Stadiongrösse (sollen ja genug Zuschauer reinkönnen)
- genügend VIP-Plätze (damit die Herren und Damen mit dem grossen Geld dieses dann auch ausgeben können)
- Videoleinwand (damit nicht jeder ein Fernglas mitnehmen muss, um den kleinen Puck zu sehen)
Es gibt noch ein paar andere Anforderungen und Vereinbarungen, die man bei DEL oder DEB nachlesen kann. Leider hat es aber in den letzten 3 Jahren nur der EHC München geschafft, alle Hürden zu meistern und Zugang zur DEL zu erhalten. Die Steelers aus Bietigheim haben es erst garnicht versucht, wegen der alten Halle. Und die Towerstars haben ziemlich schnell Bescheid bekommen, dass es nix wird mit dem Aufstieg.
Die Diskussion um Auf-/Abstieg im deutschen Eishockey ist grade voll im Gange. DEB und DEL haben sich darauf geeinigt, die bestehende Regelung für die nächsten Jahre so zu belassen, wie sie ist. Dh. wohl für die meisten Clubs der 2. Liga, dass sie zwar um die Meisterschaft spielen, aber vom Aufstieg in die DEL nur träumen dürfen. Sowas nennen manche dann auch das Spiel um die “goldene Ananas”.
Was im “Kleinen” mit der ewigen Diskussion um DEL/DEB passiert, das findet im Grossen ebenfalls statt: Jedes Jahr das gleiche Spiel wenn es um die WM oder Olympia geht: Spielen die Stars der NHL mit oder ists eben mal wieder ein Turnier der “2. Kategorie”, wo nur die “Looser” spielen, die keine Chance mehr aufs Erreichen des Stanley Cup Finale haben? Europäisches Gegenstück zur NHL, so in der Art wie Champions- oder Europa League im Eishockey? Fehlanzeige.
Es gab bzw gibt zwar diverse Versuche (KHL, European Trophy), was dabei rauskommt muss man allerdings abwarten.
Wie man das Ganze auch anders regeln kann, sodass es für die Clubs und die Zuschauer auch interessant und spannend ist, könnten die Herren vom Eishockey sich mal beim Fussball anschauen. Ist ja sicher nicht alles gut, was FIFA, Hr. Blatter, UEFA und Bundesliga so machen, aber wie man sowas vermarktet, da können sich DEL, DEB und der gesamte IIHF ne Lehrstunde geben lassen. Vielleicht sollten sie mal ein Seminar bei Herrn Blatter buchen. 